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AROMATHERAPIE
Ätherische Öle

Ätherische Öle sind chemisch gesehen sehr kompliziert zusammengesetzt, da sie sich in einem molekularen Umfeld bewegen, in dem sich die einzelnen Verbindungen synergetisch verhalten, das heißt gegenseitig in ihrer Wirkung ergänzen und verstärken. Dieser Umstand stattet die ätherischen Öle mit ungeahnten Kräften aus, die herkömmliche, synthetisch gewonnene Öle, um ein Vielfaches übertreffen.

Die Pflanzen, aus denen die ätherischen Öle gewonnen werden, produzieren diese Öle vor allem, um einen Abwehrmechanismus gegenüber schädlichen Umwelteinflüssen wie bspw. Insekten zu haben. Im Lauf der Jahrmillionen haben sich die Pflanzen immer wieder so angepaßt, dass ihr Überleben gesichert war. Da wir Menschen mit den Pflanzen den gleichen Planeten teilen und biochemisch in einigen Bereichen ähnlich strukturiert sind, können wir von den Vorteilen dieser pflanzlichen Strukturen profitieren, wenn wir sie rein und unverfälscht nützen. Schon Paracelsus, ein angesehener Naturwissenschaftler im Mittelalter, fand diese Zusammenhänge heraus. So ist es auch nicht verwunderlich, dass moderne Wissenschaftler die Existenz von Hormonen in Pflanzen entdeckten, und dass viele ätherischen Öle heilend wirken.

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In Maßen eingenommen, hinterlassen sie im Körper keine Toxine. Dennoch ist es ratsam einen Fachmann zu konsultieren, wenn man ätherische Öle innerlich anwenden möchte. Der Grund ist: Nur der Fachmann kann entscheiden welche Öle innerlich eingesetzt werden sollten. Denn nur dieser kennt die Gewinnung der einzelnen Öle. Man muß ganz deutlich unterscheiden, daß Wasserdampfdestillate und Kaltpressungen rein sind. Extrakte dagegen, wie schon der Name sagt extrahiert wurden, also mit einem Lösemittel gewonnen wurden. Auch wenn hier eine Reinigung stattfand, so sind immer noch minimale Restbestandteile des Lösemittels vorhanden.

Die Ausbeute der aus den Pflanzen gewonnen ätherischen Öle ist meistens gering. So braucht man zur Gewinnung von einem Kilogramm ätherischen Öls oft 200 Kilogramm Pflanzenmaterial und manchmal ein Vielfaches davon.

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Die Aufbewahrung ätherischer Öle
Ätherische Öle sind wertvolle Produkte der Natur, die je nach Exklusivität und Aufwändigkeit der Herstellung sehr teuer sein können. Sie sollten in dicht verschlossenen, blauen oder braunen Glasflaschen aufbewahrt werden, um einen Qualitätsverlust durch Luft und Licht zu vermeiden. Genauso sollte man darauf achten, dass Ätherische Öle keinen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind und auch längere Hitzeeinwirkung sollte vermieden werden. Unter normalen Bedingungen sind ätherische Öle auch 3 Jahre nach ihrer Gewinnung noch frisch.

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Eigenschaften ätherischer Öle
Ätherische Öle sind mehr oder weniger flüssig, manche sind bei Zimmertemperatur fest. Sie unterscheiden sich von fetten Ölen durch ihre große Flüchtigkeit. Wenn man einen Tropfen ätherisches Öl auf ein Stück Papier oder Tuch gibt verschwindet der Fleck nach einer Weile. Die Öle sind oft gefärbt und gewöhnlich leichter als Wasser. Sie verflüssigen sich nicht in Wasser und sind ein wenig löslich in Essig. Ätherische Öle lösen sich recht gut in Alkohol auf und mischen sich gut mit pflanzlichen Ölen, Fetten und Vaseline oder in einer Emulsion.

Der Nachteil von Produkten wie Vaseline, Silikon oder sonstigen mineralischen Ölen ist, dass die Haut auf diese Stoffe mit einer Schutzreaktion reagiert und sich verhärtet. Somit wird das Eindringen der ätherischen Ölen deutlich erschwert, wenn nicht sogar verhindert. Diese mineralischen Produkte verschließen die Haut und nehmen ihr die Fähigkeit Stoffe aufzunehmen und abzugeben. Es kommt zu einem okklusiven Effekt, das heißt die Feuchtigkeit staut sich unter der Haut und läßt sie anschwellen. Der Effekt der glatten Haut ist gegeben.

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Herkunft und Wirkung ätherischer Öle
Ätherische Öle sind in vielen Pflanzen enthalten. Sie sind in winzigen Tröpfchen zwischen den Zellen präsent, wo sie als Hormone, Regulatoren und Katalysatoren dienen. Die Ausschüttung ätherischer Öle nimmt in Situationen zu, die für die Pflanzen Stress bedeuten. In extremen Klimazonen, wie z.B. in Wüsten, benutzen einige Pflanzen ätherische Öle, um sich vor der Sonne zu schützen. Myrrhe und Weihrauchbüsche sind von einer dünnen Wolke aus ätherischen Ölen umgeben, die die Sonnenstrahlen filtern und die Luft rings um die Büsche erfrischen. Ätherische Öle schützen die Pflanzen auch vor Krankheiten und Parasiten. Für die Pflanze nützliche Insekten werden zur Bestäubung angelockt, Fraßschädlinge teilweise abgehalten.

Ätherische Öle wirken vereinzelt sogar als natürliche, selektive Unkrautvernichtungsmittel, indem sie wie beim Eukalyptusbaum um die Wurzeln herum ein Milieu erschaffen, in dem bestimmte Pflanzen nicht wachsen können. Bauern, die mit der biologischen Anbaumethode vertraut sind, wissen, wie sie dieses Phänomen für ihre Arbeit nutzen können: einige Pflanzen begünstigen das Wachstum bestimmter Pflanzen, während sie das Wachstum anderer verhindern.

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Gewinnung  ätherischer Öle
Kalte Extraktion
Einige ätherische Öle können durch Kaltpressung gewonnen werden. Dieses Verfahren wird gewöhnlich für Zitrusfrüchte benutzt. Die ätherischen Öle kann man hier sehen und riechen, wenn man die Schale einer Zitrone oder Orange vor einer Kerzenflamme zusammenquetscht: das Öl spritzt heraus und man sieht es in der Flamme verbrennen.

Destillation
Entfernt verwandt mit dem Aufbrühen eines Tees und technisch perfektionierter ist die aufwendige Wasserdampfdestillation. Zuerst wird das Material zerkleinert, um es dem Wasserdampf zugänglicher zu machen, mit Wasser vollständig bedeckt und dann ausgekocht. Eine wirtschaftlichere Methode setzt statt Wasser überhitzten Dampf ein, der durch das auf einem Rost liegende Destillationsgut durchströmt. Mit dieser Methode können viele Pflanzenteile noch gründlicher extrahiert werden.
Ätherische Öle und Wasser werden anschließend abgekühlt und in der sogenannten. "Florentiner Flasche" getrennt. Schwerere ätherische Öle sammeln sich unten und das Wasser schwimmt obenauf; leichte ätherische Öle schwimmen obenauf und das Wasser sammelt sich darunter. Durch einen seitlich angebrachten Hahn kann das ätherische Öl oder Wasser abgetrennt werden.
Blütenwässer, Hydrolysate oder Wasserauszüge sind häufig Nebenprodukte der Destillation, wo sie nach der Trennung von ätherische Ölen aus der florentinischen Flasche gewonnen werden. Wasserauszüge enthalten die wasserlöslichen aktiven Bestandteile der Pflanzen. Sie enthalten kleine Mengen ätherischer Öle, ungefähr 0,2 Gramm pro Liter. So  ist es sehr unwahrscheinlich, dass diese Produkte Hautirritationen hervorrufen. Traditionell werden sie zur Hautpflege, zur Desinfektion von Wunden und zu Heilzwecken verwendet. Da die Wasserauszüge milder und leichter anzuwenden sind als ätherische Öle, ist ihr Nutzen für die Hautpflege und Kosmetik beachtlich. Rosenwasser, Orangenblütenwasser, Kamillenblüten- wasser und Lavendelblütenwasser gehören zu den bekanntesten.

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Gebrauch von ätherischen Ölen
Aromalampen

Die in den letzten Jahren sehr beliebt gewordenen Aromalampen verzaubern auf einfache Weise die Atmosphäre eines Raumes. Hier wirken Form, Farbe, Licht und natürlich Duft harmonisch zusammen.
Aromalampen sind gewöhnlich aus Keramik, Marmor, Glas oder Porzellan gefertigt. Sie haben einen kleinen Wasserbehälter, der durch ein Teelicht von unten erhitzt wird. Dem Wasser in der Schale werden ein paar Tropfen eines ätherischen Öls zugefügt. Die Dosis ist abhängig von der Größe des Raumes und der gewünschten Intensität des Aromas. Normal genügen 5-10 Tropfen. Der durch die Wärme der Flamme aufsteigende Wasserdunst verbreitet die Duftmoleküle in der Luft.
Somit kann man nach einem arbeitsreichen Tag das Wohnzimmer in einen Blumengarten verwandeln oder geladene Gäste mit dem exotischen Duft aromatischer Hölzer verwöhnen. Erfrischen Sie die Luft, wenn es konzentrierter geistiger Anstrengung bedarf.

Bei den ersten Schritten im weiten Gebiet der Aromatherapie sollte anfangs nur ein Duft oder eine Mischung verwendet und die Wirkung beobachtet werden. Später können dann eigene Mischungen ätherischer Öle kreiert werden.
Achtung! Verwenden Sie auch hier nur reine ätherische Öle. Keine synthetischen und naturidentischen Öle, da diese nicht die erwünschte Wirkung erzielen, sondern oft sogar unerwünschte Nebenwirkungen haben , wie z.B. brennende Augen, Kopfschmerzen, Allergien, Unwohlsein...

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Luftbefeuchter
Diese Methode ist während einer medizinischen Behandlung besonders wirksam. Der von einem entsprechenden elektrischen Gerät durch Verdampfung oder Verneblung durch Ultraschall erzeugte Wasserdunst ist ein feiner Nebel, der die Moleküle der ätherischen Öle in der Luft verbreitet. Besonders geeignet ist diese Methode zur Behandlung von Erkältungen, Bronchitis und Asthma. Darüber hinaus wirken viele ätherischen Öle desinfizierend.
Benutzen Sie bei jedem Gebrauch 4-6 Tropfen des ätherischen Öles. Während einer akuten Erkrankung sollte die Behandlung 8-10 mal am Tag wiederholt werden. Folgende ätherische Öle eignen sich gut für einen Luftbefeuchter: Eukalyptus, Lavendel, Zypresse, Thymian, Zitrone, Orange, Ysop, Kiefer, Fichte, Tanne.
Bei weiter führenden medizinischen Fragen wenden Sie sich bitte an einen Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker!

Duftschalen
Eine einfache und kostengünstige Methode, einen Raum zu beduften: es wird eine Wasserschale mit ätherischen Ölen auf einen Heizkörper oder eine andere Wärmequelle gestellt, wobei beachtet werden sollte, dass sich das Wasser nicht überhitzt, da dies die Wirksamkeit des Öles vermindern würde.

Sauna
Reine ätherische Öle sind sehr gesund und unterstützen den Entschlackungsprozess beim saunieren. Es werden etwa 10-20 Tropfen eines Öles oder einer Mischung zu einer Schöpfkelle voll Wasser hinzu gefügt und über die erhitzten Saunasteine gegossen. Gießen Sie niemals ätherische Öle direkt auf die heißen Steine, da die Öle brennbar sind.
Zum saunieren eignen sich gut die ätherischen Öle von Eukalyptus, Fichte, Kiefer, Lavendel, Rosmarin, Zypresse, da sie gut für die Bronchien sind, außerdem entschlacken und das Immunsystem unterstützen.

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